Leitung:heet
Prof. Dr. H.-J. Steiger
Prof. Dr. med. D. Hänggi (Stellvertr. Direktor der Klinik)
Team Neurochirurgie
Prof. Dr. H.-J. Steiger
Prof. Dr. med. D. Hänggi (Stellvertr. Direktor der Klinik)
Dr. med. Nima Etminan (Oberarzt)

Team Neuroradiologie:
PD Dr. B. Turowski
Dr. S. Macht
Kooperationen:

  • Stroke Unit, Neurologische Klinik, Heinrich-Heine Universität (Prof. Dr. S. Jander)
  • Gamma-Knife Zentrum Krefeld (Dr. G. Horstmann)
Vaskuläre Neurochirurgie PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Neurovaskuläre Sprechstunde

Donnerstag 09.00-16.00 Uhr
Prof.  Dr. Daniel Hänggi, Dr. Nima Etminan
Anmeldung über Tel. 0211 811 7935

Die vaskuläre Neurochirurgie befasst sich mit der Diagnose und Therapie von akuten sowie chronischen Erkrankungen der Gefäße des Gehirns sowie des Rückenmarks. Das optimale Management dieser Erkrankungen erfordert ein multidisziplinäres Programm in welchem unsere Spezialisten der Bereiche Neurochirurgie, Neuroradiologie, Neurologie sowie Radiochirurgie täglich zu jeder Zeit involviert sind. Das Zentrum für vaskuläre Neurochirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf bietet ein modernes vollständiges Spektrum der Diagnostik und Therapie auf höchstem Niveau unter Verwendung minimal invasiver Techniken und modernster  Bildgebung.

Krankheitsbilder:

  • Aneurysma der Hirngefäße
  • Subarachnoidalblutung
  • Arteriovenöse Malformation (AVM)
  • Durale arteriovenöse Fistel (dAVF)
  • Spinale arteriovenöse Fistel
  • Kavernom
  • Hirnblutung
  • Durchblutungsstörung des Gehirns:

Karotisendarterektomie
EC-IC Bypass Chirugie

  • Vaskuläres Kompressionssyndrom:

Trigeminusneuralgie
Hemispasmus facialis
Glossopharyngeusneuralgie

Aneurysma der Hirngefäße

aneurisma1

Ein Aneurysma ist eine sackartige Ausstülpung einer Arterie. Es entwickelt sich typischerweise auf dem Boden einer angeborenen Gefäßwandschwäche. Man unterscheidet prinzipiell symptomatische und nicht-symptomatische (inzidentelle) Aneurysmen. Bei Vorliegen eines symptomatischen Aneurysmas besteht in der Regel immer eine Behandlungsindikation wohingegen bei den inzidentellen Aneurysmen das zukünftige Blutungsrisiko (für jedes Aneurysma verschieden) entscheidend für die Empfehlung einer Therapie ist. Aneurysmen können prinzipiell endovaskulär (Coiling) oder durch eine Operation (Clipping) therapiert werden. Die Empfehlung der Therapieform und die Erläuterung der Problematik erfolgt in unserer interdisziplinären Sprechstunde.

aneurisma3    aneurisma2

Weitere Auskünfte: Informationsblatt Aneurysma

Aneurysmatische Subarachnoidalblutungen erfordern eine sofortige und umfassende Therapie durch ein interdisziplinäres Kompetenzteam. Das Notfall- und Intensivmanagement ist von entscheidender Bedeutung für die Erholung der Patienten. Die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen werden nach standardisierten Abläufen durch Spezialisten gewährleistet. Die Ausschaltung des häufig (90%) ursächlichen Aneurysmas wird endovaskulär (Coiling) oder chirurgisch (Clipping) möglichst früh durchgeführt um weiteren Blutungen vorzubeugen.
Die gleichen Techniken finden auch bei der Ausschaltung von Aneurysmen ohne Blutung Anwendung (siehe Aneurysma der Hirngefäße). Operative Versorgung eines Aneurysmas         
Die Verfeinerung der Intensivbehandlung nach Subarachnoidalblutung und Ausschaltung des Aneurysmas ist für die Prognose von ausschlaggebender Bedeutung. Mit Betonung auch dieser Intensivbehandlung wird in unserem Zentrum eine ausgedehnte Diagnostik (Doppler, Perfusions-CCT, Angiographie) zur Früherkennung und gegebenenfalls schnellen Behandlung von Durchblutungsstörungen des Gehirns im Rahmen des möglichen Vasospasmus durchgeführt.

Unsere Forschung im Bereich Subarachnoidalblutung konzentriert sich auf das bis anhin nicht gelöste Problem des Vasospasmus. Die Bedeutung der zisternalen Lavage nach operativer und endovaskulärer Aneurysma-Ausschaltung ist ein Schwerpunkt innovativer Ansätze zur Verbesserung der Prognose. Im Grundlagensektor wird die Bedeutung der lokalen Therapie des Vasospasmus durch verschiedene Pharmaka untersucht.

Arteriovenöse Malformation (AVM)/Angiom
Kavernom/Kavernöses Angiom

Bei der zerebralen Arteriovenösen Malformation handelt es sich um eine Gefäßfehlbildung, die in Kurzschlussverbindungen (Nidus) zwischen zerebralen Arterien und Venen ohne zwischengeschaltetes Kapillarbett besteht. Mit bis zu 80% häufigstes Symptom ist die Blutung, gefolgt von einem zerebralen Anfallsleiden und neurologischen Defiziten. Zunehmend werden Arteriovenöse Malformationen im Rahmen einer schnittbilddiagnostischen Abklärung zufällig diagnostiziert. Die Behandlung der Arteriovenösen Malformation ist in den letzten Jahren auch durch Einführung der endovaskulären Katheterbehandlung (Embolisation) und der Radiochirurgie (Gamma-Knife Therapie) dramatisch verbessert worden. Die Behandlungsmethoden unterscheiden sich nicht wesentlich in dem schlussendlichen Resultat aber bezüglich der kurzfristigen Belastungen und Risiken. Das Management von Angiomen wird interdisziplinär über ein Kompetenznetz (Neurochirurgie, Neuroradiologie,Strahlentherapie, Gamma-Knife) angeboten und dies entsprechend verschiedener Kriterien für jeden Fall individuell evaluiert. Insbesondere die Kombination einer operativen minimal invasiven Methode, der Embolisation und der Gamma-Knife Therapie erlauben heute auch bei komplexen Fällen eine heilende und komplikationsarme Behandlung. Unsere Forschung in diesem Bereich konzentriert sich auf die Behandlungsresultate mit Untersuchung der Lebensqualität und insbesondere Evaluation der Epilepsie sowie auf die Verbessserung der kombinierten Verfahren.

Weitere Auskünfte: Informationsblatt AVM
Durale arteriovenöse Fistel/Spinale arteriovenöse Fistel
Bei der spinalen arteriovenösen Fistel handelt es sich um eine Kurzschluss einer Arterie und Vene der Hirnhaut der Rückenmarkshaut. Der Fistelpunkt lieget ebenfalls innerhalb der Hirnhaut. Man unterscheidet zwischen einer symptomatischen und nicht-symptomatischen Fistel. Symptomatische Fisteln können führen meist zu Lähmungen. In Abhängigkeit vom Typ der vaskulären Malformation kann eine Schädigung des Rückenmarks durch Blutung, venöse Stauung, Durchblutungsstörung, Raumforderung oder eine infolge spinaler Subarachnoidalblutung entstandene Arachnoiditis hervorgerufen werden. Die Diagnostik, Beratung und Behandlung erfolgt interdisziplinär (Neurochirurgie/Neuroradiologie).

Kavernome sind erweiterte Hohlräume mit Kontakt zum Kapillarsystem. Kavernome können an vielen Stellen des Gehirns oder Rückenmarks auftreten. Kavernome können familiär gehäuft auftreten. Kavernome können symptomatisch oder nicht-symptomatisch sein. Häufige Symptome sind Krampfanfälle, Kopfschmerzen und Blutungen. Bei Auftreten von Symptomen besteht in der Regel eine Behandlungsindikation. In der Behandlung hat sich ausschließlich die operative Therapie in minimal invasiver Technik bewährt.

Hirnblutung (Intrazerebrales Hämatom)

Intrazerebrale Hämatome erfordern eine sofortige und umfassende Therapie durch ein interdisziplinäres Kompetenzteam. Das Notfall- und Intensivmanagement ist von entscheidender Bedeutung für die Erholung der Patienten. Die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen werden nach standardisierten Abläufen durch Spezialisten gewährleistet. Die Entscheidung über ein operatives oder konservatives Vorgehen wird im Einzelfall entsprechend verschiedener Kriterien durch die Spezialisten getroffen. Als operatives Verfahren scheint sich eine minimal invasive Methode durchzusetzen, welche wir wenn immer möglich favorisieren.

Durchblutungsstörungen des Gehirns

Die Diagnostik und Versorgung von Durchblutungsstörungen wird über ein interdisziplinäres Kompetenzteam (Neurochirurgie, Neurologie (Stroke Unit), Neuroradiologie, Gefäßchirurgie, ) gewährleistet.

Bei Verengungen (Stenosen) der hirnversorgenden Arterien (Arteria carotis, Arteria vertebralis, Arteria basilaris etc.) findet eine interdisziplinäre Beratung und Behandlung statt. Viele der nicht medikamentös zu behandelnden Verengungen können heute ohne Operation über einen Katheter aufgedehnt werten (Stent). Sollte nur eine Operation möglich sein wird eine sogenannte Thrombendarterektomie unter perioperativem Monitoring
durchgeführt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Behandlung einer Carotisstenose (Pfeil)  mittels Stent
 
Bei Totalverschlüssen findet die extra-intracranielle Bypasschirurgie (EC-IC Bypass) Anwendung. Unser Zentrum bietet das gesamte Spektrum dieser revaskularisierenden Operationen an. Bei großen stattgehabten Schlaganfällen ist eine spezialisierte Intensivbehandlung inklusive chirurgische Dekompression häufig nicht zu umgehen.
 
Vaskuläres Kompressionssyndrom
-Trigeminusneuralgie
- Hemispasmus facialis
- Glossopharyngeusneuralgie
Die Trigeminusneuralgie ist als blitzartig einschießender, extrem heftiger Schmerz im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Trigeminusäste definiert. Die Attacken halten typischerweise Sekunden, selten auch länger an und treten sowohl spontan als auch durch Reize wie Berührung im N. trigeminus Versorgungsgebiet, Kauen, Sprechen, Schlucken oder Zähneputzen getriggert auf.
Man unterscheidet zwischen der idiopathischen und der symptomatischen Trigeminusneuralgie. Bei der idiopathischen Trigeminusneuralgie (Kompression durch ein Gefäß unmittelbar nach Austritt aus dem Hirnstamm) ist die operative Behandlung indiziert, wenn entweder die medikamentöse Therapie erfolglos ist oder wenn deren Nebenwirkungen die Lebensqualität merklich beeinträchtigen.
Grundsätzlich kommen heute drei verschiedene invasive Behandlungen in Betracht:
1. Die mikrovaskuläre Dekompression des Nervus trigeminus im Kleinhirnbrückenwinkel (Operation nach Janetta)
2. Die radiochirurgische Behandlung mittels sog. Gamma-Knife oder Linearbeschleuniger
3. Perkutane Verfahren (Temperaturgesteuerte Koagulation, Glyzerinrhizolyse, Ballonkompression)
Beim Hemispasmus facialis handelt es sich um unwillkürlich einschießende, meist einseitige Kontraktionen der mimischen Muskulatur durch eine Kompression des N. facialis unmittelbar nach Austritt aus dem Hirnstamm in der Regel durch ein Gefäß.
Eine vorübergehende Besserung kann durch Injektion von Botulinustoxin in die Gesichtsmuskulatur erreicht werden.
Für eine dauernde Heilung muss eine mikrovaskuläre Dekompression des Nervus facialis als invasives Verfahren durchgeführt werden.
Bei der Glossopharyngeusneuralgie handelt es sich um eine Neuralgie mit Schmerzprojektion im Bereich der Zunge, des Rachens und selten des äußeren Gehörganges.
Grundsätzlich kann eine mikrovaskuläre Dekompression des Nervus glossopharyngeus als invasives Verfahren durchgeführt werden.
 
Publikationen
Bücher
Trends in Neurovascular Surgery (Englisch) ;Tsukahara,Regli, Hänggi, Turowski, Steiger (eds.) Spinger-Verlag,Wien, New York  (Acta Neurochirurgica Suppl. 112), 2011
 
Manual Neurochirurgie; Steiger H.J., Reulen H.J.. Ecomed, Landsberg, 2006
 
Neurochirurgie arteriovenöser Missbildungen und Fisteln (Englisch); Steiger H.-J., Schmid-Elsässer R., Muacevic A., Brückmann H., Wowra B.. Springer-Verlag, Wien, New York, 2002 Springer-Verlag
 
Fortschritt bei Vasospasmus (Englisch); Seiler R., Steiger H.J. (eds.). Springer-Verlag, Wien, New York, Acta Neurochirurgica Suppl.77, 2001 Springer-Verlag
Risikomanagement und Qualitätskontrolle in der Neurochirurgie (Englisch); Springer-Verlag, Wien, New York, Steiger, H.-J. , Uhl, E. (eds.). Acta Neurochirurgica Suppl.78, 2001 Springer Verlag
 
Ausbildung und Forschung in der Neurochirurgie (Englisch); Reulen H.J.,Steiger H.-J., Springer-Verlag, Wien, New York (Acta Neurochirurgica Suppl.69), 1997 Springer-Verlag, amazon.de
 
Pathophysiologie von Wachstum undRuptur zerebraler Aneurysmen (Englisch); Hans-Jakob Steiger, Springer-Verlag, Wien, New York (Suppl. Acta Neurochirurgica 48) 1990
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 10. Mai 2012 um 16:00 Uhr